Samstag, 25. März 2006

D u

Du bist
Totengräber meiner Liebe
der alten

Du pflanzt
auf Grabesstille
den Roseneibisch

Du wartest
bis Blütensäfte fließen
aphrodisieren

Freitag, 24. März 2006

menschlich-pflanzliches



Hopfen und Malz verloren
zwischen Kraut und Rüben
Suche nach Rittersporn
Vergissmeinnicht nebst Vierblattklee
kein finden Männertreu
noch Tausendschön
bleibt
einzig Irrgarten



Donnerstag, 23. März 2006

wässrige Verwirrung

ich habe mir

Ohr verbadet
Hintern abgewässert
Bauch besäuft
Brust vernetzt
Hirn zerspült
Herz getropft
Seele ergossen


an einem Tag


Mittwoch, 22. März 2006

Der Tritt

Vor einiger Zeit habe ich die Sache mit dem Mülltreteimer gelesen.
Jeder stopft seinen Unrat hinein. Presst ihn mit Gewalt von oben fest, damit ja noch mehr darin verschwinden kann. Geleert wird der Gegenstand nie. Über Jahre voll gedrückt, stinkt und modert er vor sich hin. Noch mehr drauf, schnell den Deckel zu. Bis zur nächsten Benutzung ab in die Ecke.

So fühlte ich mich irgendwie auch.
Bis, ja bis ein 46cm Schuh auf mein Pedal trat. Schwups, der Deckel öffnete sich.
Zuerst kam eine stinkende Wolke und gleich hinterher quoll es nur so heraus. Ducken und auf die Druckhand warten, die da sicher abladen wird. Denkste, die blieb ruhig. Sie hatte ja nichts mit.
Pass auf, gleich wird der Deckel wieder mit gerümpfter Nase zugeschmissen werden. Nein, auch das blieb aus. Stattdessen half die Hand sanft, den Inhalt schneller zu entfernen. Mit jedem, noch so winzigen Stück Unrat, rollte eine Träne aus dem Kübel. Der Schuh, fest dabei auf dem Pedal, wurde mit der stinkenden Masse überschüttet. Und er blieb und blieb und blieb. Dieses unglaubliche Ausharren im Gestank.
Dann wurde es vollkommen leicht in meinem Inneren. Und kann das sein, wo ist der Haken, kein weiterer Abfall?
Sollte es wahrhaftig so unbeschmutzt bleiben?

Dienstag, 21. März 2006

Frostiger Schiß, raus mit dem Winter

Montag, 20. März 2006

Frühlingsanfang 2006 mit Rückblick

Da gucke ich zum Küchenfenster hinaus und auf die Schneeberge in meinem Hausgarten. Kein Durchkommen zur Gartensitzecke, die Wege sicher mit 35cm Harsch bedeckt.
Mir kommen die Tränen, weil ich merke, nichts konnte 11 Jahre zurückliegendes auslöschen.

Wir hatten ihn nach Hause geholt – zum Sterben.
Nur das wusste ich nicht. Besser gesagt, ich wollte es nicht wahrhaben. Da waren diese unsinnigen Hoffnungen, dass der Frühling mit seiner neuen Wärme, dem frischen Grün der erwachenden Natur, den angenehmeren Temperaturen ein Wunder vollbringen kann. Dazu Naturmedizin von der Mistel und Marksuppe und Zuwendung.
Ich erinnere mich, nachts stand ich auch an diesem Fenster und suchte mir den hellsten Stern heraus, flehte dorthin: Schick deine Strahlen in seine Brust und lös den Krebs auf.
Vielleicht lag es daran, dass ich das Wort „bitte“ nicht gesagt hatte...

Jedenfalls war der 20. 03. 1995 ein strahlend warmer Tag.
„Komm ich zieh dich an, hab schon einen Sessel mit Decke in den Garten gestellt, schnuppere die schöne Luft, dann geht es dir heute besser.“ Er wollte nicht wirklich. Ich denke, er lies sich in den Garten führen, um mir einen Gefallen zu tun. Damit ich zu frieden und glücklicher war. So war es. Meine Hoffnung war stark, wenn er frisch gewaschen und angezogen wenigstens auf dem Sofa lag, halbwegs am Tisch essen konnte. Gestorben wurde ja im Bett, also um alles in der Welt da raus.
Dann saßen wir im Garten. Es war herrlich in der Sonne. Vor uns die Schneeglöckchen in voller Pracht, die Osterglocken blinzelten aus der Erde und ich schaute ihn so glücklich an. Sah nicht, wie schrecklich elend er wirkte. Ein Glücksstrahl huschte über sein Gesicht und er atmete so tief, wie es ihm noch möglich war.
„Bald sind auch Tulpen und das wilde Kirschbäumchen in voller Blüte, dann werden wir wieder hier sitzen.“ Er lächelte schwach, irgendwie sehr wissend...

Sonntag, 19. März 2006

Dating

Neugierig bin ich nicht, aber kundig machen ist doch erlaub. Oder?
Nachdem mir eine Bekannte von ihrem schockierenden Abendteuer mit einem Internetkerl, berichtete (s. „wieso das denn“), wollte ich es genauer wissen.
Mal Neulandentdecker sein und unerlaubten Boden betreten in der eintönigen Zeit.

Huch, wie aufregend.

Genau bei ihrer Datingline eröffnete ich nun ein Profil. Nannte mich
„Kuschelmäusel“, Alter 49 und das Sternzeichen Waage gefiel mir besonders gut.
Schnell noch ein entsprechender Text dazu;
„Suche geile Stunden, ohne klammern mit dir oder dir“
und es konnte losgehen. Das ging es dann allerdings auch. Als ich am nächsten Tag in meinen Posteingang schaute, traute ich meinen Augen kaum. So viele Chancen hatte ich ja in meinem ganzen Leben noch nie.
Eins, zwei, drei.., bei 72 Zuschriften hielt ich mit Zählen auf. Wozu auch? Ich wollte ja keine Buchhaltung eröffnen.
Klick und „Bist du auch so scharf wie ich u. brauchst es zwei bis drei Mal?“
und ab zum Nächsten „wann kann ich dich besuchen und machst du es ohne gummi“, klick, „bin verheiratet und will es auch bleiben, suche sex, sex mit wilden spielen auch ohne klammern“, klick, klick, „schick mir mal ein Foto von dir“, klick.
(deren Schreibfehler baue ich mal nicht mit ein, ich habe meine eigenen).
Puh, lag es daran, dass ich vor dem Frühstück surfte? Mein Magen hätte kotzen können. Mutig sein und weiter lesen, ich wollte es ja wissen.
Die verbal schlimmsten Männer waren meist zwischen 30 und 40 Jahre alt, altersaufsteigend wurden sie anständiger in ihrer Zweideutigkeit.
Doch am meisten hatte es mir die Zuschrift eines 32 Jährigen angetan. Wohnhaft ca. 70 km von mir entfernt, muskulös und mit Erfahrungen in allen Techniken.
Er fragt u. a., nach meinem Holz vor der Hütte, welche Farbe meine Brustwarzen hätten, ob sie dunkel oder mehr hell wären und ob er mich mal richtig durchficken dürfte. Aussehen und Zeit spielten keine Rolle und er könnte es sich immer einrichten. Er sei zwar verheiratet, aber die Alte wäre flach wie ein Brett.

Genau das ist er, das könnte passen.

Auch hatte er die meisten Rechtschreibefehler, „bustwartsen“ gefiel mir sehr gut.
Ihm schrieb ich sofort begeistert zurück, ob es am Sonnabend passe um die und die Uhrzeit und genau da in dem Cafe. Danach könnten wir gleich zu mir und zur Sache gehen. Ihm passte alles, nur ein Auto wäre nicht, also käme er mit dem „Zuch“ und eine Stunde später.
Auch gut, ich hatte ja in der Nähe zu tun und es war für mich kein Aufwand.
In einem Zeitraum von nur 3 Stunden stand das Date und mir wurde schon etwas mulmig.

Was machste da wieder für einen Scheiß?

Also, gestern war ja der Sonnabend,
Mein Outfit zusammen zustellen kein Problem. Jeder Personalchef hätte seine helle Freude daran gehabt. Die sonst wilde Mähne zupfte und steckte ich hoch, Nadelstreifenanzug, dezenter Goldschmuck und perfektes, unaufdringliches Make up. Dazu noch den dunkelblauen Kaschmirmantel, „Kammerschal“ und mein Diplomatenkoffer durfte nicht fehlen. Darin einzig Feuerzeug und eine Schachtel „Pull Mill“.
Ich fand mich sehr attraktiv und damenhaft.

Vorsorglich betrat ich eine ½ Std. früher das Cafe und belegte einen Platz gegenüber der Eingangstür. Rechts neben mir auf dem Stuhl der Angeberkoffer. Perfekt. Nun schnell noch einen Cappuccino bestellt.
Dann, ja dann kam einer, schäbiger brauner Anorak, abgewetzte Jeans und eine Figur wie ein Päckchen „Attta“ von der Seite. Schönheit bei einer Skale von 1 bis 10 gleich 1. Sein Blick hastete unschlüssig hin und her und über mich hinweg. Das musste er sein.
„Wenn du Jens bist, dann nehme doch bitte Platz, ich bin Kuschelmäusel.“
Ich schaute mit distanzierter, jedoch freundlicher Arroganz zu ihm auf.
„Sie, sie sind, äh“, er setzte sich erstaunt links neben mich.
„Waren wir nicht schon mal per du, wieso sagst du wieder sie?“
Er wusste nicht wohin jetzt blicken. Die Kellnerin erlöste ihn und er bestellte sich ein Bier. Ich bat sie zurück: „Bitte für mich noch einen Cappuccino, der Herr hat das vergessen“. Klar, der Herr hatte zu Schlucken, an seinem Mut. Seine Sprache schien auf der Flucht zu sein.
Mein Versuch, ihm tief in die Augen zu blicken, schlug fehl. Die klebten an der Tischdecke.
Es blieb mir nichts anderes übrig, leise begann ich zu sprechen.
„Na Kleiner, wie groß ist denn dein Schwanz?“ Er zuckte zusammen. „Zeig mir doch mal deine Zunge, ob sie gut genug für meine Brustwarzen ist.“
Seine Bubiwänglein wurden flammend rot. Antworten gab es keine, er kaute an seiner Spucke.
„Sag mal warum bist du 70 km mit dem Zug gefahren, wollen wir nicht gehen und es ordentlich krachen lassen?“ Meine Stimme schwappte vor Spott fast über.
Mit zittrigen Händen knallte er 3,00 € auf den Tisch und rannte raus. Das nenne ich Totalverweigerung.
Ich angelte mir die Schachtel Zigaretten aus dem Aktenkoffer, lehnte mich zurück und begann genüsslich zu rauchen. Plötzlich schauten mich die anderen Gäste seltsam an. Lauthals hörte ich mich lachen, lachen, lachen.

Wieder zu Hause angekommen, war mein erster Gang an den PC. Profil löschen war angesagt.
Ich wusste genug.

Freitag, 17. März 2006

Über den Müll zum gegenseigen Lernen oder die Müllsatire in Z.

Volksvertreter haben es nicht einfach. Über und für das Wohl von Stadt, Bürgern und der Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben, müssen sie viel nachdenken. Dies auch noch in Einklang zu bringen, strengt an. Schmerzen bereitet es außerdem, weil doch das Eine oder Andere dabei auf der Strecke bleiben muss.
Weh können diese Nachdenkendprodukte den Bürgern dann wiederum tun. Im Geldsäckel und im Kopf - vom kräftigen Schütteln.

Nehmen wir uns z. B. mal der Endlosstory mit dem Entwurf einer Müllsatzung der Stadt Z (nein nicht X) an.
Eine Meinung der wackeren Vertreter: Bei der Müllentsorgung entstehen ja bereits Kosten für die simple Bereitstellung des Systems. Dafür, dass es überhaupt eines gibt und jeder Einwohner eine Leerung seiner Tonne in Anspruch nehmen kann oder KÖNNTE.
Brav gedacht!
So rechneten sie aus, dass etwa 15,- € Fixkosten pro Beinpaar entstehen. Warum also nicht ca. 26,- € jedem Einwohner als Sockelgebühr schon mal in Rechnung stellen? Da kann man richtig fett damit arbeiten... Und eine fast sichere Einnahme ist es auch. Stimmt!
Nur für mich nicht. Ich plärre über den Gartenzaun: „Diese Sockelgebühr will ich nicht. Wo bleibt meine freie Wahl, die Marktwirtschaft, meine Entscheidung welcher Firma ich mein Geld gebe? He, ich bin freier Wähler! Und überhaupt würde es bei Kurt preiswerter, meine 4 Eimer Restmüll pro Jahr, vergraben zu lassen. Nur, ich bekomme diese Firma aufdiktiert.“

Nach dieser verbalen Entladung beginnt mein Denkapparat mit seiner Arbeit.
Nun schaut es ja bekanntlich mit den Einnahmen von Industrie, Handwerk und Gewerbe auch nicht bestens aus.
Warum?
Weil die Unternehmen nicht von Staat und den Volksvertretern lernen!
So könnte es dem Bäcker an meiner Ecke weitaus besser gehen. Auch der hat Fixkosten deshalb, weil die Anwohner bei ihm Backwaren kaufen können oder KÖNNTEN. Auf gesetzlicher Grundlage eines Innungsbeschlusses wäre lediglich die Erhebung einer Bereitstellungebühr zu legitimieren.
Zack, ein „Semmelsockelbescheid“ würde jedem Bewohner im jeweiligen Einzugsbereich ins Haus flattern. Egal, ob er seine Brötchen selbst bäckt oder nicht. Natürlich ginge das auch beim Fleischer mit dem „Knochenbescheid“, dem Blumen- und Getränkehändler usw. Also Unternehmer, ran an die Kohle. Jedem Unternehmer seinen Bescheid für die bloße Bereitstellung seiner Leistung!

Das Ganze muss ich wohl laut gedacht haben. Denn über den Zaun kommt es zurück:
„Puh, sollen doch Staat und Volksvertreter von der Wirtschaft lernen, das ist weitaus besser und gescheiter.“ „Richtig und besser", meine auch ich. Denn, wenn so eine Stadt oder auch Land nicht mehr rentabel schaffen kann weil die Kosten explodieren, die Einnahmen sinken, die Verschuldung wächst UND bevor Insolvenz droht, verlagert doch den „Laden“ nach Osteuropa oder Fernost.
Das spart mächtig ein und besser wäre es fürs Volk allemal.

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Zuletzt aktualisiert: 4. Apr, 13:48

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